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Januar 2010
You say you want a revolution? reef!

Evolution ist das Prinzip allen Seins, Revolution verändert Sichtweisen und Lebensbedingungen. Aus der Verbindung Eva Paster / Michael Geldmacher (neuland industriedesign, München) und interlübke stammt „reef“, Skulptur und Wohnprogramm zugleich.

„reef ist radikal, ein cutting-edge Programm“, betont Michael Geldmacher. „Stell Dir vor, Du wachst auf. Dein erster Blick gilt nicht der Aussicht, dem Leben draußen. Du bewunderst das Schatten- und Farbspiel aus Licht, das über die kaskadischen Formen des Möbelkörpers gleitet.“ Poesie oder angewandte Physik? In der Reihung und Stapelung von Kästen bleibt reef ein Systemmöbel. Doch sprengt das Konzept die Einheitlichkeit der Fläche und geschlossener Fronten. Der Schrank als Relief? Wird der Stauraum revolutioniert? „Es ist keine plastische Umgestaltung“, erklärt Eva Paster, „die Wirkung erwächst aus dem Ensemble versatzförmiger Elemente. Hoch oder tief, verspielt oder funktional: Alle haben definierte Zwecke. So wie ein Riff voller Leben, das nach den Bedürfnissen seiner Bewohner strukturiert ist.“ Designer und Hersteller übertragen dieses Prinzip auf das Wohnen. Kleidung, Schmuck, Bücher, Porzellan; ein ganzer Mikrokosmos will im Raumgebilde „Schrank“ beheimatet, geordnet oder bewundert werden. Konsequent enthüllt das Programm auch eine sinnlich gestaltete Innenwelt mit Wollfilzen (Divina von KVADRAT). Liebhaber technischer Details erfreuen sich an seinen innovativen Mechaniken und Beschlägen.

Destruction? You say you got a real solution

„Wir brechen mit Beschränkungen, gehen in die Tiefe und analysieren, ausgehend von den Objekten und ehrlichen Bedürfnissen“, berichtet Michael Geldmacher. „So entsteht eine neue Form, die Räume und Gewohnheiten verändern wird.“ Seit Sommer 2009 hat sich der Erstentwurf Stück für Stück in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. „interlübke lässt sich auf minutiöse Entwicklungsarbeit ein. Wir haben unermüdlich an großen und kleinen Details gefeilt,“ sagt Eva Paster. Zur imm cologne wird die Vollendung gezeigt. Volumen, Anordnungen und Maße der Systemelemente entsprechen den geplanten Funktionen, die Gesamtkonfiguration erzeugt ein optisch reizvolles Reliefbild.

Bei einem Kleiderschranksystem wechseln die Tiefen zwischen 42 - 61 cm. Hinzu kommt ein aufklappbares Element, gleich einem vorgesetzten Kofferschrank. neuland hat vier Typologien im Sinn: die Lady, den Gentleman, den Businessman und Alice, die gern in den Spiegel blickt. Alle haben individuelle Bedürfnisse, angefangen vom Krawattenhalter bis hin zum Ausziehfach für Weichwäsche, einem eigens entwickelten textilen Porter. Basis der Grundkonfiguration sollte ein „Neutralelement“ mit 63 cm Tiefe sein. Von ihm ausgehend, wird nach rechts oder links weitergebaut. Und die Neuschöpfung wäre kein interlübke-Möbel, wenn sie nicht als kleine Lösung (1,60 m Breite) oder als Endlos-Variante funktionieren würde. Ihre Farbe? Möglich ist alles, am besten hell, noch besser: Weiß! Licht- und Schattenspiel der Körper funktionieren hierbei am besten. Auch das ist angewandte Physik.

You better free your mind instead

Ein Möbel muss den Menschen dienen? reef beweist, dass sich solche Dienstbarkeit wandeln kann, vielleicht sogar muss. Lange sollten sich Systemmöbel möglichst in den Raum integrieren. „Wir haben diese Tradition belebt und weiterentwickelt“, sagt Detlef Mika, Geschäftsleitung Marketing und Export. „Beispiele sind der Schrank S 07, das Leuchtmöbel eo oder das Wohnwandsystem 40S. Wenn interlübke jetzt dieses neues Produkt vorstellt, bleiben seine Kennzeichen weiterhin die feine Maßarbeit und makellosen Oberflächen. Aber es geht um mehr: um emotionale Dienstbarkeit, Sehnsucht und Freiheit. reef wird zur Herausforderung, die Dinge, die wir lieben, selbstbewusster zu gestalten.“ Werden Mut und Phantasie zur Gewohnheit, ist das vielleicht eine Revolution – in jedem Fall aber angewandte Lebenskunst.


neuland industriedesign und interlübke

Die Münchner Eva Paster und Michael Geldmacher gründeten 1999 das Studio "neuland industriedesign". Ihr Designansatz ist ganzheitlich: "Produkte sind Ausdruck einer Lebenseinstellung." Sie wollen „Prozesse, die inder Vergangenheit erstarrt oder schlichtweg stecken geblieben sind, indieGegenwart transferieren“. An dieser Stelle treffen sich neuland industriedesign und interlübke. Ihre Partnerschaft begann 2001 mit kengo, einem sehr reduzierten, dennoch sinnlichen Bettsystem. Die gemeinsamen Ziele? „Im Premium-segment darf man nicht nur auf Sicherheit setzen“, erläutert Detlef Mika, Geschäftsleitung Marketing und Export. „Erfolgreiche Marken müssen das Neue wagen.“ In der Entwicklung von reef haben die Gestalter und der ostwestfälische Hersteller ihre Stärken ein weiteres Mal vereint.
 
CMYK, 300dpi
 
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